PROJEKTE UND AKTIONEN
  
    Schulgartenprojekt in Bolivien
  Arbeits-Titel: "Erziehung zu nachhaltiger land- und gartenbaulicher Praxis an Schulen im Landkreis Irupana, Bolivien"
 
Das Schulgartenprojekt wird die neun Schulen des Schulverbunds Alejandro Pérez im Landkreis Irupana, Bolivien, beim Aufbau von Schul-Waldgärten, bzw. Agroforstsystemen unterstützen und möchte durch die Integration eines landwirtschafts- und umweltbezogenen Themenkomplexes in die Schulcurricula den Grundstein für die langfristige Bewirtschaftung der Gärten und für eine nachhaltige Landwirtschaft durch die künftige Generation legen. Neben der Vermittlung nachhaltiger landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Praxis, legt das Projekt auch einen Schwerpunkt auf die Umweltbildung, speziell mit Hinblick auf die Bedeutung der Wälder für die Grundwasserregeneration und den Erosionsschutz.
  Der Anbau in Waldgärten und Agroforstsystemen ermöglicht die dauerhafte Produktion von Nahrungsmitteln auf den Anbauflächen. Damit werden gleichzeitig die verbleibenden Wälder geschützt, denn eine fortlaufende Rodung neuer Flächen ist nicht mehr nötig. Die Schulgärten dienen dabei jedoch nicht nur der Vermittlung von Methoden des nachhaltigen Landbaus, sondern auch ganz praktisch der Bereitstellung von Nahrungsmitteln für die Schulmahlzeit. Für die meisten Familien ist dies eine wichtige Alltagsstütze.
  Im Rahmen des Projekts werden an allen Schulen des Schulverbunds Schulgärten angelegt und ebenso Baumschulen für die selbständige Anzucht der Gehölze. Ein weiterer Aspekt des Projekts ist der Aufbau von Lehrerkapazität für Umweltschutz, mit dem Schwerpunkt Wald- und Grundwasser-schutz, sowie den Themenbereichen Biodiversität und Agrobiodiversität. Zu diesen Themen werden im Rahmen des Projekts auch Unterrichtsmaterialien erstellt, welche den Projektschulen, aber auch weiteren interessierten Schulen zur Verfügung gestellt werden.
  Region
  Das Schulgartenprojekt ist im Landkreis Irupana in den Süd-Yungas, in Boliviens Bergregenwaldgebieten angesiedelt. Die Region ist in erster Linie von der Landwirtschaft geprägt, wobei seit einigen Jahren der Anbau von Coca dominiert und vermehrt neue Flächen durch Brandrodung gewonnen werden. Die Region zeichnet sich vor allem durch das starke Relief und die oft steilen Hanglagen aus, welche unter herkömmlicher Bewirtschaftung leicht erodieren.
  Der Landkreis Irupana ist Teil des Subcorredor Cotapata - Cotacajes innerhalb des Naturschutzkorridors Amboró - Madidi. Die Region ist durch eine aussergewöhnlich hohe biologische Vielfalt gekennzeichnet und die Anzahl endemischer Arten zählt zu den höchsten Boliviens. Die natürliche Vegetation der Region besteht weitestgehend aus Wald, jedoch ist der Druck auf die Waldgebiete sehr hoch.
  Bislang existieren in der Region trotz der hohen Biodiversität und der großen Anzahl an Endemiten keine ausgewiesenen Schutzzonen. Durch die starke und unangepasste landwirtschaftliche Aktivität, welche in erster Linie auf Brandfeldbau beruht, sind die Wälder der Region und ihre Artenvielfalt stark bedroht. Die Böden laugen unter den aktuellen Bewirtschaftungsmethoden rasch aus und zwingen die Bauern schon nach Kurzem dazu, neue Waldbereiche in Ackerland umzuwandeln. Dies geschieht vorwiegend durch Brandrodung, wobei immer wieder weitläufige Waldbrände verursacht werden.
  Mit dem Waldverlust geht dabei nicht nur der Artenverlust einher, sondern auch der Verlust an Wasserregenerationsgebieten. Die Wasserversorgung der Gemeinden der Region, ist damit durch den Waldverlust stark bedroht. Die Konsequenzen liegen somit sowohl im ökologischen, als auch im sozialen Bereich.