AKTIONEN
  
   

Baumpatenschaften für die Wiederaufforstung und Bewirtschaftung des Tipuani-Tales, Bolivien

  Dieses Projekt ist abgeschlossen.
 

 

Baumpaten unterstützten bei der Wiederaufforstung im Tipuani-Tal.

  Das Tipuani-Tal ist das wichtigste Goldminengebiet Boliviens. Es erstreckt sich zwischen 500 und 1500m Meereshöhe inmitten immergrüner hochdiverser Regenwälder am Fuße der Anden. Das Gold wird hier vor allem durch mittlere und größere Kooperativen abgebaut. Dies geschieht sowohl im offenen Tagebau, als auch in unterirdischen Minen, welche sich in bis zu 100 m Tiefe befinden. Für die Stabilisierung der Minenschächte werden große Mengen Holz benötigt, weshalb innerhalb der letzen 40 Jahre bereits ca. 25000 ha der umliegenden Regenwälder gerodet wurden. An ihrer Stelle wachsen heute unfruchtbare Grasländer. In der Trockenzeit sind diese Grasländer stark brandgefährdet und sie bieten auch keine Stabilisierung der meist steilen Hänge. Daher ist nicht nur die Natur Opfer dieses immensen Holzverbrauchs, sondern auch die Menschen sind direkt betroffen: Erst im März 2003 forderte ein Erdrutsch im Dorf Chima über 100 Opfer. Ähnliche Katastrophen mit Hunderten von Toten und Verletzten ereigneten sich in den vergangenen Jahren bereits in zwei weiteren Dörfern des Tipuani-Tals.
 

  Der Goldabbau ist die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung des Tipuani Tals. Jedoch ist von Goldrausch nichts zu spüren. Die hart erarbeiteten Erträge ernähren die Menschen, jedoch leben 90% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.
  Das Fehlen des Wissens um die ökologischen Zusammenhänge sowie um land– und forstwirtschaftliche Methoden beschränkt die ansässige Bevölkerung jedoch auf den Goldabbau als weitgehend einzige Erwerbsquelle.
 

Aufgeforstete Rodungsflächen liefern Holz für die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung und verhindern die Abholzung der wertvollen Bergregenwälder

  Um den Rodungsdruck vom umliegenden Regenwald zu nehmen und den Bewohnern des Tipuani-Tals alternative, umweltschonende - ja sogar umweltregenerierende — Einkommensquellen zu eröffnen, begann die unabhängige bolivianische Organisation TROPICO im Mai 2002 mit einem Wiederaufforstungsprojekt im Tipuani Tal.
  Ziel des Projekts ist es, die nach der Abholzung des Regenwalds entstandenen unfruchtbaren Grasländer aufzuforsten und langfristig zur nachhaltigen Holzproduktion für die Goldminen und den täglichen Bedarf zu nutzen. So kann die Abholzung der verbleibenden Urwälder verhindert und ein Beitrag zu Arten– und Klimaschutz geleistet werden, während gleichzeitig Naturkatastrophen und Erosion vorgebeugt wird. TROPICO begleitet die Wiederauf-forstung durch eine Kampagne zur Umwelterziehung. Diese vertieft das Verständnis der Bevölkerung für die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Aufforstung , damit sie diese langfristig selbst betreiben können. Ein Bewusstsein für nachhaltige Lebensplanung wird geschaffen, wodurch langfristig die Lebensqualität der Bewohner des Tipuani-Tals verbessert wird.
 

Die Erfolge des Projekts bis 2002

 

  Auf einer Fläche von 15 Hektar wurden 20000 Bäume, 30 verschiedener Arten gepflanzt. Die kontinuierlichen Pflegemaßnahmen mithelfender Dorfbewohner sorgten für eine Überlebensrate von 75%. Neben den holzliefernden Baumarten, wurden auch Fruchtbaumarten wie zum Beispiel der Cashew-Baum angepflanzt, welche den Dorfbewohnern neue Einkommensquellen im Agroforstbereich eröffnen.
 

 

  Durch weitere Aufforstungen konnte diese Fläche erweitert werden und die lokale Bevölkerung, zu einem großen Teil Migranten aus dem bolivianischen Hochland wurden durch gezielte Umwelterziehung zu einer nachhaltigen Nutzung der Forste angeleitet.
 

Bereits für einen Euro wurden die Patenbäume im Tipuani-Tal gepflanzt

  Dies beinhaltete die folgenden Tätigkeiten durch TROPICO und geschulte Bewohner der Dörfer des Tipuani-Tals:
  • Sammeln , Waschen und Vorbereiten der Samen.
  • Errichten einer Gewächshausanlage aus einem Holzgerüst mit Zaun und Palmabdeckung, in deren Schutz die Samen keimen und die Keimlinge heranwachsen können.
  • Befüllen der Pflanztüten mit Erde und Saatgut
  • Pflege der Keimlinge in der Gewächshausanlage während der 3-6 monatigen Anzuchtzeit.
  • Säubern der Pflanzflächen von Horstgräsern und Unkraut.
  • Auspflanzen
  • Pflege der jungen Bäume und regelmäßiges Jäten der Pflanzstelle während der folgenden Monate, bis die Bäumchen sich etabliert haben.


  Jeder gepflanzte Baum und seine spätere Nutzung tragen zum Schutz der benachbarten intakten Bergregenwälder bei.
  Den ersten Zwischenbericht für dieses Projekt aus dem Jahr 2004 können Sie sich hier im .pdf-Format herunterladen.
  Den Bericht vom Jahresende 2007 können Sie sich hier im .pdf-Format herunterladen.
  Den Bericht vom Jahresende 2007 bis zum Jahr 2011 können Sie sich hier im .pdf-Format herunterladen.
  Schreiben Sie uns eine e-mail: info@regenwald-institut.de.